Hintergründe & Wissenschaften

Über mich

Moin,

hier möchte ich Euch ein paar Hintergründe zu mir geben und wie ich auf iCapio gekommen bin. Ich bin Christopher, der Entwickler von iCapio und Angler aus Leidenschaft. Den Großteil meiner Freizeit verbringe ich am und auf dem Wasser.

Bereits in Kindestagen war ich von den Erzählungen meines Opas und des älteren Cousins von deren Angeltouren begeistert. Da begann ich gegen Autowaschen aussortierte Angelsachen zu erwerben, um dann jenen Fischen nachzustellen, die sich dumm genug anstellten, um sich von einem achtjährigen Jungen überlisten zu lassen. Die Fischart und Größe war völlig egal – Haupsache es zappelt und schwimmt danach wieder. Nachdem das Angeln dann erstmal durch Skateboarden, Abhängen, Partys, cool sein (wollen) u.a. verdrängt worden ist, habe ich im Studium zum Angeln zurückgefunden. In Kiel habe ich Pharmazie studiert und dort die Nähe zum Meer und die Lust an der Angelei wieder neu endeckt. Zunächst zur Entspannung und Ablenkung, dann wurde es jedoch schnell zur Begeisterung und nahm sämtliche Freizeit in Beschlag. Es gab Zeiten des intensiven Belly-Boot Angelns, der Brandunsgangelei und des Ansitzens. Spinnfischen auf Raubfische ist jedoch meine Passion geworden. Vom Bellyboot und Bootsangeln bin ich auf das Angeln vom Kajak umgestiegen, was auf jeden Fall ein neues Feuer entfacht hat. Meine derzeitigen Lieblings-Zielfische sind Meerforelle, Barsch und Dorsch.

Nach dem Pharmaziestudium habe ich am Institut der CAU zu Kiel, in der pharmazeutischen Forschung, bereits 2005 begonnen natürliche Proteine so zu formulieren (also zu verpacken), dass eine langanhaltende und kontrollierte Freisetzung erfolgt. Auf dem Gebiet habe ich ein Diplom erlangt. Das Wissen um die kontrollierte Freisetzung von (Wirk-)Stoffen in Wasser habe ich dann in den folgenden Jahren am Institut vertieft und optimiert. Meine Forschungsergebnisse konnte ich in renommierten und international anerkannten Forschungszeitschriften wie dem „International Journal of Pharmaceutics“ publizieren. Seit dem erfolgreichen Abschluss der Promotion arbeite ich in der pharmazeutischen Entwicklung für international aufgestellte Pharmaunternehmen (was ich immer noch mit Leidenschaft für ein großes Unternehmen tue) und beschäftige mich hier täglich als Laborleiter mit der kontrollierten Freisetzung von Arzneistoffen. Nun ist es an der Zeit gewesen das Wissen auf mein Hobby, das Angeln anzuwenden.

 

Über iCapio

Seit Jahren teste ich unterschiedliche Lockstoffe auf Ihren Erfolg beim Angeln. Ein Problem auf das ich gestoßen bin, ist die Tatsache, dass viele effektive Lockstoffe, deren Lockwirkung wissenschaftlich belegt ist (z.B. bestimmte Aminosäuren) sich relativ schnell in Wasser lösen, weshalb die Lockwirkung schnell verloren gehen kann. Andere am Markt befindliche Raubfisch-Lockmittel wie Polymerbasierte Pflaster enthalten nur sehr geringe Mengen an den relevanten Lockstoffen, auch wenn hier eine hinreichende Retardierung (Freigabeverlängerung) gewährleistet sein sollte. Die von mir entwickelten Lockmittelsysteme, wie die „iCapio Cap´s“ enthalten größere Mengen an Lockstoffen, die eine kontrollierte und langanhaltende Freisetzung ermöglichen. Am Markt befindliche Klebstoffe und Pasten bringen für mich auch mehr Nachteile mit sich wie das Kleben am Köder, der dann auch entsprechend riecht und separat in der Angelbox verstaut werden muss. Ferner ist die Dosierung (bzw. das Schmieren) für mich als Nachteil empfunden worden, da eine genaue Dosierung erschwert ist. Die Praxis hat mir gezeigt, dass die Köderführung (passiv/aktiv) und die Strömungsgeschwindigkeit das Auflösungsverhalten aller Lockmittel beeinflussen. Daher kann die Dauer der Freigabe deutlichen Schwankungen unterliegen, gerade wenn man eine Paste oder ein Klebstoff auf seine Köder „schmiert“.

Die iCapio Lockmittel dienen in erster Linie nicht dazu, Fische aus mehreren Kilometern Entfernung anzulocken, wie es teilweise von Mitbewerbern behauptet wird. Die iCapio Lockmittel sollen vielmehr die Fische zum Biss überzeugen, die sich in der Umgebung des Anglers befinden. Sie können auch „Überzeugungsarbeit“ bei schlechten Bedingungen wie trüben Wasser und schlechten Sichtbedingungen leisten. Die iCapio Lockmittel sind so entwickelt worden, dass sie die Lockstoffe langanhaltend freigeben. Die Aktivierung erfolgt dabei durch Wasser, also erst durch Bewegung im Wasser. Da die Lockstoffe von einer wasserlöslichen Kapselhülle umgeben sind, was die Dosierung und das Handling (im Vgl. zu Pasten/ Klebstoffen) immens vereinfach, muss sich die Kapselhülle erst (an)lösen. Dies dauert ca. 2-5 Minuten. Danach beginnt die kontrollierte Lockstoff-Freisetzung, die je nach Angeltechnik, Köderführung und Strömungsgeschwindigkeit ca. 0,5-2 Stunden dauert. Die iCapio Cap´s Hering und Garnele sind für das aktive Raubfischangeln im Süß- und Salzwasser entwickelt worden.

Generell bin ich der Überzeugung, dass sich Raubfische je nach Saison auf das am Gewässer befindliche Nahrungsangebot einstellen und Ihre Jagdstrategie danach ausrichten. Im Frühjahr verwende ich selbst gern Wobbler im Heringsdekor in blau, um Dorschen und Meerforellen nachzustellen. Auch passe ich die Fliegenmuster der jeweiligen Jahreszeit und dem Nahrungsangebot an, wenn ich angeln gehe.

Dieses Konzept habe ich bei der Entwicklung der iCapio Köder beibehalten: Die iCapio Lockmittel enthalten, neben den wissenschaftlich belegten Lockstoffen, Bestandteile von natürlichen Beutefischen. So enthalten z.B. die „iCapio Cap’s Hering“ geruch- und geschmackintensive Bestandteile von echtem Hering, und die „iCapio Cap’s Garnele“ enthalten geruch- und geschmackintensive Bestandteile von echten Garnelen. Somit sollen die Zielfische ihre natürliche Beute im iCapio bzw. dem nachgeschalteten Kunstköder wiedererkennen und sich so zum Biss verleiten lassen.

Warum „iCapio“? Der Begriff geht auf das lateinische Verb „capere“ (deutsch: fangen, begreifen) zurück: so bedeutet „Capio“ ins Deutsche übersetzt „Ich fange“ und „Ich begreife“. Das Wort „Capio“ vereinigt zum einen die rein Angler-bezogene Aussage des Fischfangs und zum anderen findet sich im Wort „begreifen“ die Anwendung des wissenschaftlichen Konzeptes wieder. Das Präfix „i“ betont das „Ich = der icapio“ und hebt die Bedeutung des intelligenten Angelsystem hervor, welches eine langanhaltende Freisetzung beim Angeln im Wasser meint.

Kurz gesagt sind dies die drei wesentlichen Bestandteile der iCapio Lockmittel:

  • Lockstoffe mit wissenschaftlich belegter Lockwirkung auf Fische
  • „Wiedererkennungswert“ durch Bestandteile von echten & natürlichen Beutefischen (z.B. Erkennungsproteine oder Geschmacksproteine von Hering oder Garnele) und
  • Hilfsstoffe, die eine langanhaltende Freisetzung während des Angelns ermöglichen

Die genauen Rezepturen sind über die letzten Jahre in etlichen Versuchen und Optimierungen entstanden und bleiben ein Firmengeheimnis. Die Auswahl der Lockstoffe basiert jedoch auf wissenschaftlichen Untersuchungen & Daten, die in anerkannten Fachkreisen geprüft und veröffentlicht worden sind (Peer-review).


Wissenschaften

Warum eigentlich Lockstoffe oder Aktivköder?

Der Mensch ist, als Jäger und Sammler, seit jeher gewohnt seine Beute & Nahrung mittels Sichtkontakt zu erspähen und zu erbeuten. Das muss aber nicht heißen, dass andere Spezies es ihm hier gleichtun.
Gerade bei Fischen, die unseren Planeten wesentlich länger bewohnen, hat die Evolution sich eher eine andere Strategie überlegt. So sind die meisten Fische von Natur aus kurzsichtig. Sie sehen nur bis zu einem Meter entfernte Objekte scharf. Im Wesentlichen funktioniert ein Fischauge zwar wie das eines Menschen, aber die Linse ist kugelig und starr. Sie kann nicht wie bei anderen Wirbeltieren ihre Form verändern, um Objekte in unterschiedlicher Entfernung zu fokussieren (Zitat [1]).

 

Die meisten Fische nutzen den Sehsinn weitaus weniger zur Nahrungsfindung als den Geruchs- und Geschmackssinn als chemischen Fernsinn [2]. Der Grund liegt auf der Hand, schließlich erreichen die Weltmeere und einige Seen beachtliche Tiefen, in denen das Tageslicht kaum eine Chance hat einzudringen. Sediment- und Sandaufwirbelungen wie auch Schwebeteilchen wie Plankton können die Sichtverhältnisse im Wasser zudem sehr einschränken.

 

Dennoch sind die Fische so ausgestattet, dass sie in größeren Tiefen und im trüben Wasser nicht verhungern müssen. Der Geruchssinn in Fischen ist im Wesentlichen durch das olfaktorische System (olfaction) geprägt, während der Geschmackssinn über einen weiteren Kanal chemische Reize wahrnimmt und verarbeitet. Beide Systeme nutzen chemische Botenstoffe als Informationsgeber/-vermittler [3]. Zuletzt wurde auch über ein drittes System berichtet, dass das soziale Verhalten beeinflussen soll [4].
Um das Geruchssystem reißen zu können, müssen die „Signalstoffe“ oder Geruchsstoffe in Wasser hydratisiert (= gelöst) sein, da die Rezeptoren nur so richtig aktiviert werden können. Es gibt viele wissenschaftliche Studien dazu, welche Substanzen, wie z.B. bestimmte Aminosäuren und andere Moleküle/Substanzen eine gute Lockwirkung haben [5-7]. Für die iCapio Lockmittel werden nur Lockstoffe verwendet, für die eine Lockwirkung wissenschaftlich belegt werden konnte.
Gleichzeitig werden bestimmte Proteine eingesetzt, die charakteristisch für bestimmte Spezies (Beutefische wie z.B. Hering) sind. Hier ist zu erwähnen, dass Proteine aus einer Vielzahl von Einheiten bestehen, die über die bestimmte Sequenz charakteristisch sind und auch im Geschmack wiedererkannt werden können. Durch die polaren Bestandteile sind auch größere Proteine in Wasser zum Teil hydratisiert und löslich oder teillöslich, was eine Geschmacks- und Geruchswirkung zusätzlich verstärken und erst „individualisieren“ kann. Durch die Zugabe echter Fisch-Proteine und Fisch-Bestandteile in den iCapio Lockmittelkapseln werden zusätzlich charakteristische Stoffe an den Köder gebunden, die der Zielfisch von seinen natürlichen Beutefischen her kennt und wiedererkennt, bevor er zubeißt.
Der genaue Mechanismus, wie Fische Nahrung finden (z.B. der Tropfen Blut bei Haien), Ihren Weg zu Ihrem Heimatort wiederfinden (Aale, Lachse) oder sich auch im Wasser orientieren ist noch nicht genau entschlüsselt und weiterhin Gegenstand aktueller Forschungen [8,9].
„Der Geruchs- und Geschmackssinn der Forelle ist beispielsweise mehr als eine Million Mal feiner als der des Menschen. Ein Aal könnte sogar einen einzigen im Bodensee versenkten Zuckerwürfel riechen“ (Zitat [1]).

 

Wenn ich durch die Angelläden gehe, was ich sehr gerne mache (!), schmunzelt der Wissenschaftler in mir manchmal und ich muss an den Spruch denken „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“: Es gibt die herkömmlichen Kunstköder in den variantenreichsten Farbkombinationen und Formen. Am Ende bleibt es aber salopp gesprochen „Plastik“, „Gummi“ oder „Blech“, dass der Zielfisch von seinem natürlichen Habitat her nicht (wieder)erkennt, um es als Beute zu identifizieren.

An dieser Stelle möchte ich klarstellen, dass auch ich mit herkömmlichen Kunstködern wie Wobbler oder Gummis sehr gern und oft, ja immer fische! Aber ich habe halt oft miterlebt wie diese „Sichtköder“ an ihre Grenzen stoßen, uns vor allem ist es erwiesen, dass Fische einen sehr effektiven Geruchssinn haben, den ich gern auch ansprechen möchte!
Rein wissenschaftlich ist es ein interessanter Ansatz diese Strategie zu überdenken, und nach anderen, vielleicht (auch) effizienteren Möglichkeiten zu suchen, was somit ein Ziel der Capere Science GmbH ist. Das Tätigkeitsfeld der Capere Science GmbH ist die Entwicklung neuartiger Lockmittelsysteme, wobei aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse stets verfolgt, kritisch hinterfragt, getestet und angewendet werden. Die Zusammensetzungen der Lockmittel oder besser Aktivköder der Capere Science GmbH werden zudem stets weiterentwickelt und auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse optimiert.

 

Quellenverzeichnis

[1] Zitat Planet Wissen, ARD; Pia Grzesiak. Link: Zitat
[2] T. J. Hara; Mechanism of olfaction. In: T. J. Hara (Hrsg.): Fish chemoreception. Chapman and Hall (1992) p. 150–170.
[3] Toshiaki J. Hara; Role of Olfaction in Fish Behaviour. The Behaviour of Teleost Fishes (1986) p. 152-176.
[4] El Hassan Hamdani et al.; The functional organization of the fish olfactory system. Prog Neurobiol; NEUROBIOLOGY (2007) 82(2):80-6.
[5] Rolen SH et al.; Polyamines as olfactory stimuli in the goldfish Carassius auratus; The Journal of Experimental Biology, (2003) vol. 206, p. 1683-1696
[6] Derby CD and Sorenson PW; Neural Processing, Perception and Behavioral Responses to Natural Chemical Stimuli by Fish and Crustaceans; Journal of Chemical Ecology, (2008) vol. 34, p. 898-914
[7] J. A. Green and R. W. Hardy. The effects of dietary protein:energy ratio and amino acid pattern on nitrogen utilization and excretion of rainbow trout. Journal of Fish Biology (2008) Vol. 73 (3) p. 663–682
[8] A. C. Preston et al. Surface feeding and aggressive behaviour of diploid and triploid brown trout Salmo trutta during allopatric pair-wise matchings. J Fish Biol. (2014) 85(3) p. 882-900
[9] H. Ueda. Physiological mechanisms of imprinting and homing migration in Pacific salmon Oncorhynchus spp. Journal of Fish Biology (2012) Vol. 81(2) p. 543–558